Die Winterlinde / „Stadtlinde“

Diese Lindenallee in Plieningen führt von der Garbe zur Uni Hohenheim.

Die Winterlinde (Tilia cordata) hat – im Gegensatz zur Sommerlinde (Tilia platyphyllos) – eine eher unregelmäßige Krone. Die Blätter sind herzförmig.

Besonderheiten: Linden können sehr alt werden! – An vielen Orten gibt es sogenannte 1000-jährige Linden. – Im Juni/Juli duften die Lindenblüten wunderbar und verzaubern ihre Umgebung.

Baum und Mensch: Tanzlinde, Gerichtslinde, Dorflinde etc. – Die Linde ist ganz nah bei den Menschen – und immer in der Mitte des Dorfes! Der Tee aus Lindenblüten hilft bei grippalen Infekten, und das (relativ weiche) Holz wurde oft zu Schnitzarbeiten verwendet – zum Beispiel fertigte Tillmann Riemenschneider daraus Altäre. Besonders ergiebig ist der Bast der Linde (er liegt unter der Borke). Die frühen Bewohner/innen Germaniens „schneiderten“ daraus ihre Kleidung, stellten auch Schnüre und Bogensehnen her; in Griechenland gab es Papier aus Lindenbast.

Kulturgeschichte/Mythen: In der Linde verehrten die Germanen Freya, die Göttin der Liebe. Und ein Lindenblatt spielt in der Siegfried-Sage eine entscheidende Rolle! In der Dichtung des Mittelalters kommen sehr oft Linden vor; z.B. bei Walther von der Vogelweide „unter der Linden an der Heide …“

Klimaverträglichkeit/GALK 2019: „gut geeignet“ – Die Linde ist sehr frosthart und relativ trockenheitsverträglich. Noch besser an heiße Sommer angepasst ist die Silberlinde (Tilia tomentosa) siehe die Meldung: „Der Baumblog war in Würzburg“.

Nachteile/Gefährdungen: Honigtauabsonderung! Das ärgert die Besitzer/innen der Autos, die unter Linden parken (Honigtau ist aber wasserlöslich).

Mehr zur Linde in dem lesenswerten Buch: Laudert, Doris: Mythos Baum. Geschichte, Brauchtum, 40 Baumporträts. München/Wien/Zürich: BLV Verlagsgesellschaft, 6., durchges. Aufl. 2004, S. 164-172.

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